Piraten lebten “Freiheit” statt “Angst”

Am Sa., 12.09.2009 war nun endlich die Freiheit statt Angst Demo. 167 Organisationsgruppen waren lange mit der Vorbereitung beschäftigt, um diese Demo auf die Beine zu stellen. Speziell von dem Mitwirken der Piraten möchte ich hier berichten.

Die Piraten forderten nicht nur “Freiheit” statt “Angst” - Sie lebten es allen teilnehmenden Demonstranten vor. Wie? Mit dem bekanntesten Hausmitteln gegen die Angst: Musik. Musik ist die älteste Art, um Menschen friedlich zu stimmen und zusammen zu führen. Musik verbindet Menschen. Und da wo Menschen friedlich verbunden sind, weicht die Angst. Musik schafft den Raum, damit sich Menschen öffnen und sich frei fühlen können.

Was hat die Menschen zu dieser Demo veranlasst? Letzten Endes ist es Angst. Ich meine hier nicht die Angst vor Terror oder das uns der Himmel auf den Kopf fallen könnte. Nein, ich meine die Angst in einem totalitären Staat aufzuwachen und in dem unsere Kinder nur das Wort “Freiheit” aus dem Duden und als Randnotiz auf Geldstücken kennen lernen könnten.

Die Piratenpartei hat eindrucksvoll die Weiche gestellt, um dieses Angstmuster zu umgehen - Mit Musik. Mit grölenden und tanzenden Demonstranten. Mit Tanith. Tanith ist bei weiten nicht auf “DJ” zu reduzieren, den man über eine Booking-Angentur beauftragt und für dessen Musik man Gema zahlen muss. Wer ihn nicht aus der Techno oder Loveparade Bewegung kennt: Dieser Mensch steht für Werte ein, damals wie heute. Ja, für Freiheit. Ja, für das, wofür die Piraten kämpfen. Das ist soziales und politisches Engagement, welches ich sonst nur bei Moby bewundere.  Gerade in der Szene, der elektronischen Musik vermisse ich seit langen, das wieder für Werte eingestanden gefeiert wird. Wo sind die Botschaften wie “Friede, Freude, Eierkuchen”, “The future is ours” und “One world, one future”?

Danke liebes Piratenpartei Truck-Team für einen Tag Freiheitsgefühl und

“Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit klaut.”

Wer nicht dabei war und den Truck von den Piraten noch nicht bei Youtube, Twitter, Flickr, in Blogs oder den klassischen TV-Medien gesehen hat:

Ansprache zum Start:

Video u. Bilder Mix des Piratentruck in Fahrt:

4 Kommentare

  1. irrelevant schreibt:

    naja, über Musik kann man ja geteilter Ansicht sein, aber für eine Demonstration war mir das zu viel Gaudi und zu wenig Inhalt. Bin nach etwa 3 Std enttäuscht gegangen.

  2. admin schreibt:

    @irrelevant Ich freue mich über deine offene Kritik und finde es schade, dass die Demo für dich enttäuschend war. Es sind mir ähnliche Aussagen von Anderen bekannt, leider von keinem, den ich direkt nach einer konstruktiven Kritik hätte fragen können. Wie hätten die Inhalt für dich aussehen sollen, was hättest du dir gewünscht? Ging dir das nur bei dem Piratentruck so oder bei der gesamten Demo?

  3. irrelevant schreibt:

    huch, eine freundliche Antwort auf einen negativen Kommentar - na da will ich mich auch nich lumpen lassen ;)

    Das war natürlich keinesfalls auf die Piraten begrenzt, die anderen Parteien gaben sich da auch nix. Ich hätte Musik mit Botschaft (Text) bevorzugt, aber wie gesagt: Geschmackssache. Zumindest hätte man aber das Verhältnis zwischen Musik und Redebeiträgen etwas anders gestalten können. Bei den Demonstranten selber ist mir aufgefallen, daß die allerwenigsten noch eigene Transparente oder Schilder hatten, die meisten hatten bestenfalls eine Fahne ihrer Partei, viele garnix. Auch Leute mit Tanith-Schildern habe ich gesehen, was gerade um den Piratentruck den Party-Eindruck noch verstärkte. Als wir uns irgendwann kurz mal abgeseilt haben, um was zu Essen zu holen, wurde wir auch von ner älteren Dame gefragt, was wir da eigentlich feiern - die Demo war also auch für außenstehende nicht unbedingt als solche zu erkennen.
    Die Piraten hätten, finde ich, auch etwas mehr aus ihrer riesen Werbefläche rausholen können, z.B. statt nur PP-Planen auch ein bisschen was aus dem Parteiprogramm verraten ;)
    Die Route fand ich auch nicht so prima, kann ich aber als nicht-Berliner schlecht was dazu sagen. Außerdem wird die wohl nicht die Demo-Orga allein ausgesucht haben…

    Aber nun genug gemeckert. Was mir sehr positiv aufgefallen ist, war die Disziplin der Demonstranten und der freundliche Umgang untereinander (auch gegenüber “politischen Gegnern”) - sowas kannte ich nämlich von Demos auch noch nicht ;)

  4. Stefan schreibt:

    Hallo, irrelevant.

    “Ich hätte Musik mit Botschaft (Text) bevorzugt, aber wie gesagt: Geschmackssache.”

    Ich war relativ weit vorne im Demonstrationszug, und auf dem ersten Wagen (der gehörte IMO zum AK Vorrat) wurde fast nur Musik mit zum Thema passenden, tw. hintergründigen Texten gespielt.

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